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KI in der Praxisverwaltung: Klein anfangen, kontrolliert lernen

Wie Praxen administrative KI-Anwendungen erproben können, ohne Datenschutz, Qualität und Verantwortung aus dem Blick zu verlieren.

Für diesen Artikel wurde generative KI als Werkzeug bei der Recherche, beim Schreiben und bei der Prüfung eingesetzt. Ein Mensch hat den Artikel vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft und freigegeben. Mehr zu unserem Umgang mit KI.

Bei KI in der Praxisverwaltung geht es nicht zuerst um ein bestimmtes Produkt. Die entscheidende Frage lautet: Welcher Arbeitsschritt soll besser werden – und lässt sich sicher prüfen, ob er tatsächlich besser wird?

Ein sinnvoller Einstieg beginnt deshalb nicht mit medizinischen Entscheidungen oder einer vollständigen Automatisierung. Er beginnt mit einer begrenzten Aufgabe, deren Ergebnis ein Mensch beurteilen und verwerfen kann.

Geeignete erste Tests

Für einen kontrollierten Einstieg eignen sich Aufgaben, die keine personenbezogenen oder medizinischen Daten benötigen und bei denen ein Fehler keinen unmittelbaren Schaden verursacht, zum Beispiel:

  • eine Gliederung für eine interne Arbeitsanweisung erstellen,
  • einen belastbar anonymisierten Text verständlicher formulieren,
  • Themen für eine Teamschulung sammeln,
  • Varianten für eine allgemeine Stellenanzeige entwerfen,
  • aus nicht vertraulichen Unterlagen eine Checkliste ableiten.

Das Ergebnis bleibt ein Entwurf. Zahlen, Fristen, Zuständigkeiten, rechtliche Aussagen und fachliche Inhalte müssen geprüft werden.

Womit Praxen nicht beiläufig experimentieren sollten

Ein frei zugängliches KI-Werkzeug ist nicht automatisch für Praxisdaten geeignet. Ohne vorherige Prüfung von Rechtsgrundlage, Vertrag, technischer Absicherung und Anbieterbedingungen gehören insbesondere folgende Inhalte nicht in ein solches System:

  • Namen, Kontaktdaten oder Versicherungsdaten,
  • Diagnosen, Befunde, Medikationsangaben und Gesprächsnotizen,
  • Fotos, Sprachaufnahmen oder andere identifizierbare Dateien,
  • Zugangsdaten und interne Sicherheitsinformationen,
  • personenbezogene Angaben zu Beschäftigten oder Bewerbenden.

Das Entfernen eines Namens genügt nicht immer zur Anonymisierung. Alter, Wohnort, Beruf, seltene Erkrankungen oder besondere Ereignisse können zusammen weiterhin Rückschlüsse auf eine Person erlauben.

Ein Praxistest in sechs Schritten

  1. Aufgabe festlegen: Beschreiben Sie den konkreten Arbeitsschritt, nicht nur den Wunsch, „mehr KI“ einzusetzen.
  2. Nutzen und Fehlerfolgen bestimmen: Legen Sie fest, woran Sie Entlastung erkennen und welche Fehler nicht akzeptabel sind.
  3. Daten begrenzen: Verwenden Sie zunächst öffentliche, erfundene oder belastbar anonymisierte Beispieldaten.
  4. Anbieter prüfen: Klären Sie Verarbeitung, Speicherung, Training, Löschung, Rechteverwaltung und Verträge.
  5. Kontrolle festlegen: Benennen Sie, wer Quellen, Zahlen, fachliche Aussagen und Sprache prüft und freigibt.
  6. Test auswerten: Vergleichen Sie Zeitgewinn, Kontrollaufwand, Fehler und neue Risiken.

Gute Sprache ist kein Beleg für Richtigkeit. KI kann überzeugend formulieren und dennoch Tatsachen erfinden, wichtige Einschränkungen auslassen oder Zusammenhänge falsch darstellen.

Klare Regeln für das Team

Eine kurze interne Richtlinie sollte mindestens festhalten:

  • welche Werkzeuge freigegeben sind,
  • für welche Aufgaben sie genutzt werden dürfen,
  • welche Daten niemals eingegeben werden dürfen,
  • wer Ergebnisse prüfen und freigeben muss,
  • wie Fehler oder Datenschutzvorfälle gemeldet werden,
  • welche Schulung Mitarbeitende vor der Nutzung benötigen.

Automatisierung spart zudem nicht automatisch Zeit. Manche Anwendungen verlagern Arbeit nur: vom Schreiben zur Kontrolle oder von der Terminannahme zur Nachbearbeitung. Ob eine Entlastung entsteht, zeigt erst der konkrete Prozess.

Fazit

Der vernünftige Einstieg ist weder blindes Ausprobieren noch pauschale Ablehnung. Er besteht aus einer kleinen Aufgabe, begrenzten Daten, klarer Verantwortung und einer ehrlichen Auswertung.

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